Rückblick auf die Workshops des 1. Würzburger
Improtheaterfestivals
Das klingt nach einem Lied...
Grundlagen - Musikworkshop
Leitung: Rudy Redl vom Gorillatheater e.V., Berlin
Zu belegen für: Anfänger, Fortgeschrittene, Profis und Impromusiker
Viele Improspieler kennen die Angst, die einen überfällt, wenn es
heißt: "Das klingt nach einem Lied für...". Dass diese
Angst völlig unnötig ist, gilt es in diesem Workshop zu lernen, denn
das Geheimnis liegt nicht in einer Gesangsausbildung, sondern vielmehr im Beachten
der Strukturen der Musikformen.
So hat es sich in der Praxis gezeigt, dass Impro-Gruppen musikalisch immer dann
gut sind, wenn sie die 2-, 4- und 8-taktigen Strukturen verinnerlicht haben,
die 90% aller Musikformen eigen sind. Die "Sangeskünste" treten
dabei in den Hintergrund, schon reiner Sprechgesang innerhalb sauberer Strukturen
führt zu einem besseren Impro-Song als glockenreines Singen innerhalb schwammiger
Schemata.
Im Workshop wird also vor allem Folgendes stattfinden:
Das Vermitteln und Üben der Basics:
Rhythmik-Übungen, die vor allem auf das Erarbeiten und Fühlen von
zwei- bis achttaktigen Strukturen hinzielen - körperlich und verbal. Das
Ganze wird an einem großen Pool von Spielen dann umgesetzt.
Song-Strukturen in Theorie und Praxis:
Einfache Songs nach Themen-Vorgabe. Formen AAB (Strophe, Strophe, Refrain) und
AABA (alte Jazz-Standards: Refrain, Refrain, Bridge, Refrain). Musikalische
Genres in Theorie und Praxis: Was ist typisch an bestimmten Genres wie z.B.
Rock, Reggae, Chanson, Bar, Punk und so weiter und so fort... Wo liegen die
signifikanten Unterschiede - musikalisch und textlich? Einbauen von Songs in
Spielhandlungen,
Theorie und Praxis:
Plakative und subtile Angebote. Umgehen mit musikalischen Angeboten.
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Körperarbeit
Emotionales Spiel und Figurenfindung in der Improvisation
Leitung: Ramona Krönke vom Gorillatheater e.V., Berlin
Zu belegen für: Anfänger, Fortgeschrittene, Profis
Immer das Gequatsche: Erfahrungsgemäß wird in den Szenen mehr geredet
als körperlich emotional gespielt. Manchmal wird eine Szene mitsamt ihrem
Potential an Konflikten und Veränderungen auch zerredet. Der Wunsch Szenen
wahrhaftiger, intensiver zu spielen, Gefühle stärker auszudrücken
und damit das Publikum auch zum Mitfühlen anzuregen, ist oft da, doch letztlich
verlassen wir uns auf den Dialog, die Sprache.
Das Entwickeln von Figuren ist im Improtheater ein stark körperlich assoziativer
Prozess. Eine veränderte Körperhaltung, eine spezielle Geste können
den Impuls für einen neuen Charakter geben. Um immer wieder neue uns selbst
überraschende Figuren zu entwickeln, müssen wir auch körperlich
ein Risiko eingehen, neue Bewegungen und Gesten ausprobieren, den Rhythmus des
Körpers und der Sprache variieren. Gerade auch bei Langformen ist es hilfreich
körperlich deutlich unterscheidbare Figuren zu spielen.
Unsere spontanen Impulse zeigen sich körperlich, nur vertrauen wir ihnen
viel zu selten, deshalb hier die Chance sich mal ganz auf den Körper zu
konzentrieren.
Im ersten Teil des Workshops, werden wir an dem körperlichen Ausdruck von
Gefühlen arbeiten. Wichtig hierbei: Wahrnehmen der einzelnen Reaktionen,
diese darstellen, für die spontane emotionale Reaktion aufmerksam werden.
Beim zweiten zeitlich umfangreicheren Teil wird die Figurenfindung im Zentrum
stehen. Mit Körperzentrumsübungen nach Tschechov, Tierübungen,
assoziativem Figurenbauen und einfach lustvollen Spielen zur Rollenfindung nähern
wir uns auf unterschiedlichen Wegen improvisierten Figuren. Dabei sollen noch
brachliegende ungeahnte Möglichkeiten entdeckt und das persönliche
Figurenrepertoire erweitert werden. Und auch der Partner kann helfen, die Figur
zu physikalisieren.
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Genre - Workshop
Leitung: Regina Fabian vom Gorillatheater e.V., Berlin
Zu belegen für: Fortgeschrittene, Profis
Und jetzt die Szene als Western, Krimi, im Stile von Shakespeare oder als griechische
Tragödie. Aber wie???
Welche Kriterien sind für welches Genre wichtig, wie unterscheidet sich
der Aufbau eines Shakespeare -Dramas von einer griechischen Tragödie? Welche
Strukturen helfen, um die unterschiedlichen Genres zu charakterisieren?
Wir werden uns mit den oben genannten vier verschiedenen Genres eingehend befassen:
mit dem szenischen Aufbau, den typischen Handlungsabläufe, Themen, Charakteren
und auch mit der Sprache. Speziell für Shakespeare und die Griechen.
Als Einstieg für diese Genres ist es hilfreich, sich vorher mit einer griechischen
Tragödie, einem Shakespeare- Drama und einem entsprechenden Filmgenre (Krimi
und Western) befasst zu haben.
Im Mittelpunkt des Workshops stehen:
Aufbau der vier verschiedenen Genres, Struktur des jeweiligen Genres, Charaktere/
Figuren dieser Genres, Themen und Inhalte, Sprache
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Langformen - Workshop
Leitung: Christoph Jungmann vom Gorillatheater e.V., Berlin
Zu belegen für: Fortgeschrittene, Profis
Der Beginn ist altbekannt: ein Wort, ein Gegenstand oder einige Figuren - doch
dann wachsen daraus langsam immer komplexere Geschichte, deren Erzählstränge
miteinander verknüpft und zu einem großen Mosaik zusammengesetzt
werden, eine Struktur kann sich langsam herauskristallisieren. Jede Langform
besitzt ihre charakteristische Struktur, aber alle basieren auf dem Wissen um
die Dramaturgie einer Geschichte und einem intensiven Zusammenspiel.
In dem Workshop werden verschieden Langformen vorgestellt und ausprobiert: Lotus,
Harold, no agenda und thred. Als Einstieg werden Übungen zum dramaturgischen
Aufbau von längeren Impros stehen.
Im Mittelpunkt des Workshops stehen:
- Aufbau einer Szene mit Charakter, Beziehung, Zielsetzung, Ort
- das Versprechen einer Szene/Geschichte entwickeln (kurz: worum gehts und was
will der Zuschauer wissen, worüber handelt die Geschichte)
- Erkennen der Hauptfiguren ( wer hat hier die Probleme, und sind es äußere
oder innere Konflikte oder auch mal beides)
- Suchen und Finden des beats ( Jede Geschichte, längere Szenenfolge hat
ihre verschiedenen Kapitel, beats)
- Möglichkeiten den/ die Hautpfigur/en zu unterstützen, damit den
Handlungsablauf, die Dramaturgie der Geschichte voranzutreiben.
- linearer und nichtlinearer Ablauf von Geschichten (bei linearen Geschichte:
Anfang Mittelteil Schluss; bei nicht- linearen körnen die einzelne Kapitel
der Geschichte in nicht chronologische Reihenfolge gespielt werden)
Der Lotus ist ein Einstieg in die nicht- lineare Form des Geschichtenerzählens.
Hier werden drei unterschiedliche Geschichten mit jeweils drei Teilen/ Kapiteln
gespielt, jede Geschichte steht in assoziativer Verbindung zu den anderen und
wird von diesen in ihrem Ablauf und ihrer Dynamik beeinflusst.
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Impro-Entwicklungshilfe
Die Basis muß stimmen
Leitung: Florian Toperngpong von "Die Kaktussen", Würzburg
Zu belegen für: Neulinge und Anfänger
Den Greenhorns und Anfängern der Improszene wird in diesem Workshop die
Möglichkeit gegeben zu erleben und zu erlernen, wie spontanes Theater auf
der Bühne möglich wird. In diesem Kurs sollen vor allem die Grundlagen
vermittelt und erarbeitet werden. Wir richten unser Augenmerk auf Grundregeln
des Improtheaters wie etwa Akzeptieren, Zusammenarbeiten, Präsent sein.
Zudem wird der Schwerpunkt auf das Geschichtenerzählen gelegt - Wie etabliere
ich eine Geschichte, wie bekomme ich sie in Gang, wie finde ich ein Ende. Anhand
von vorgestellten Theatersportspielen wird auf Schwierigkeiten in der Szene
hingewiesen und daran gearbeitet.
Das Ziel des Workshops ist es, Hemmungen abzulegen, Erfahrungen mit Spielarten
zu sammeln und den Sinn fürs Geschichtenerzählen zu schärfen.
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Storytelling
Die Kunst des Geschichten-Erzählens
Leitung: Karin Brandstetter vom "fast food theater". München
Zu belegen für: Anfänger, Fortgeschrittene und Profis
Wir alle wollen schöne lange Geschichten improvisieren.
Doch die Probleme liegen im Detail:
In diesem Workshop geht es darum, Grundlagen für gute Stories zu schaffen.
Wir spielen mit den verschiedenen Erzählebenen und entdecken diese als
Abenteuer der Fantasie.
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Lieder-lich
Musikworkshop für Improinfizierte
Leitung: Norbert Bürger, Musiker des "fast food theaters" seit
1995
Zu belegen für: Fortgeschrittene und Profis sowie für Impro-Musiker
Im Mittelpunkt des Musik-Workshops für Impromusiker und --spieler steht
der atmosphärische und der dramatische Umgang mit Musik in improvisierten
Szenen. Dabei wird vor allem der spontane Zugang zu improvisierten Songs und
Liedstrukturen erarbeitet.
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Pantomime
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Leitung: Jo Gramm (professioneller Pantomime)
Zu belegen für: Anfänger, Fortgeschrittene, Profis
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Das Zerreden von Szenen auf der Bühne
hat jeder von uns schon mal miterleben können. Es gründet sich häufig
in der Angst, sich körperlich nicht ebenso deutlich ausdrücken zu
können. Dieser Workshop schafft Abhilfe!
Unter der Anleitung eines professionellen Pantomime kann man hier lernen, Bewegungen
für sich sprechen und dabei die Sprache außen vor zu lassen. Erforscht
wird hier die Sprache des Körpers durch Körperhaltung, Körperbewegung,
Mimik und Gestik und gezielt handhabbar gemacht. So kann man das Unsichtbare
sichtbar werden lassen: Gefühle, Atmosphäre, den Raum, Gegenstände,
andere Personen.
Dieser Workshop ist der einzige des Festivals, der von einer Person ohne Improtheater-Vorerfahrung
angeboten wird, dafür ist hier umso mehr rein pantomimisches Fachwissen
präsent!
Im Workshop wird also vor allem Folgendes stattfinden:
- Grundlegende Techniken der pantomimischen Darstellung
- Aufgabe und Aufbau einer pantomimischen Darstellung
- Handhabung der Sprache des Körpers, von Gestik und Mimik
- Bewegungstechnik im Bereich des imaginären Gegenstandes, des imaginären
Raumes, der imaginären Kraft und der imaginären Person