Rückblick auf die Workshops des 4. Würzburger
Improtheaterfestivals 2005
1. Mal holprig, mal gewunden, mal vierspurig – Der Weg der Geschichte
Leitung: Florian Toperngpong & Dagmar Holländer von den Kaktussen/
Würzburg
Zu belegen ab Stufe 1/2 „unterwegs“
Geschichten zu erzählen und erzählt zu bekommen ist
ein Grundbedürfnis des Menschen. Anfangs mündlich überliefert,
wurden Geschichten später aufgeschrieben, gesungen, nachgespielt, gemalt
und verfilmt. Auch heute ist das Bedürfnis nach Geschichten ungebrochen
und so verwundert es nicht, wenn Randy Dixon behauptet, dass wir alle geborene
Geschichtenerzähler sind. Aber ist das so? Klar, wir können ellenlang
von unseren Urlaubserlebnissen auf Fuerteventura referieren, aber warum nur
fällt es uns dann so schwer auf der Bühne eine spannende Geschichte
zu erzählen? Wieso, wenn wir das Ende von "Goldfinger" schon
nach 15 Minuten vorhersehen können, sehen wir nicht das Ende unserer eigenen
Szene kommen? Welche Werkzeuge sind hilfreich um eine Geschichte auf die Bühne
zu bringen? In diesem Workshop möchten wir beweisen, dass Geschichten erzählen
mehr mit Zuhören als mit Erzählen zu tun hat, dass Geschichten ein
Protokoll des Wandels sind und dass weder Komik noch Tragik erzwungen werden
müssen – mit etwas Ehrlichkeit passiert das von selbst. Wir werden
uns Erzähltechniken ansehen, Strukturen aufdecken, Hilfsmittel ausprobieren,
mit Stimme und Körper experimentieren. Denn im Grunde ist alles doch ganz
einfach: Es beginnt mit "Es war einmal..." und endet mit "Und
wenn sie nicht gestorben sind..." Was dazwischen passiert ist reine Spekulation.
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2. Eins, zwei, drei - Tanzen machen!
< Tanz für Improvisationstheater und Theatersport >
Leitung: Verena Lohner von der Steifen Brise/ Hamburg
Zu belegen ab Stufe 1 „kurz davor“
Musical, Disco, Ballett, Kasatschok, Menuett, Polonaise und wie sie alle heißen
– wir können uns vor ihnen drücken weil wir schüchtern
und unsportlich, oder uns wild der Klischeekiste bedienen, weil wir furchtlos
sind! Und wir können alles was uns daran mißfällt über
Bord werfen und entdecken wo Tanz beginnt, was dahinter steckt und vor allem
lernen wie jeder und jede individuell tanzen kann und damit Improtheater in
jeder Form bereichern.
Als Inspiration dienen nicht nur hohe Kunst und glatte Mainstreamerscheinungen,
sondern vor allem Beispiele aus Film – und Musikgeschehen sowie Alltagsbeobachtungen
bei Mensch, Tier, Natur und Maschine.
Vom Warm up über Strukturen und Techniken die allein, als Paar oder Gruppe
genutzt werden, bis zu Stilrichtungen und Kunstgriffen arbeiten wir vor allem
an den tänzerischen Möglichkeiten die JEDER Mensch auf der Bühne
hat; und wie sie nicht nur als reiner Tanz und nicht nur körperlich ins
Improvisationstheater einfließen können, sondern komödiantisch,
ernst, skurril, poetisch, akrobatisch, charakterbildend oder schlicht belebend
in jede szenische Spielform passen.
Mitbringen: Bequeme Kleidung und /oder normales Bühnenoutfit.
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3. Vom Komisch Sein
Leitung: Birgit Linner von Isar 148/ München
Zu belegen ab Stufe 2 „mittendrin“
„Der Humor ist ein menschliches Organ, das irgendwo zwischen
der Leber und der Tränendrüse sitzt, ganz in der Nähe seines
Nachbarorgans, der Phantasie. Kürzlich hatte ich Gelegenheit, mich mit
Gott über seine Schöpfung zu unterhalten, und da hat er mir gesagt,
wie stolz er auf diese beiden Organe sei, die er dem Menschen eingepflanzt habe,
und wie enttäuscht er sei, dass wir nicht mehr Gebrauch davon machten,
denn er hätte sie dem Menschen gegeben, wie den Katzen die Krallen, nämlich,
um sich in der feindlichen Welt zu behaupten.“ (Franz Hohler, Schriftsteller
und Kabarettist aus Zürich)
Ein Workshop, der sich mit den Prinzipien und Facetten der Komik auseinandersetzt,
um sie für die Bühne nutzbar zu machen!
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4. Friss mir aus der Hand….
< Moderation und andere Alleingänge >
Leitung: Anja Balzer von den Hottenlotten/ Bochum
Zu belegen ab Stufe 2 „mittendrin“
Maßgeblich liegt die Verantwortung für das Gelingen einer Improvisationstheaterveranstaltung
in der Hand der Moderation.
Die Moderation einer Show oder eines Matches will immer nur das Beste: vom Publikum,
fürs Publikum, von den Kollegen, für die Kollegen, von der Show, für
die Show, von sich, für sich. Wem gelingt das? Wem nicht? Woran liegt das
jeweils? Kann man Charisma lernen? Hat es der eine eben und der andere nicht?
Wie erspiele ich mir eine Aura? Was strahle ich auf der Bühne aus? Was
will ich ausstrahlen? Wie erreiche ich, dass mein Kontakt zum Geschehen nicht
abreißt? Welche Rollen liegen mir? Was ist sinnvoll? Wie kann ich in der
wortlastigsten Rolle des Abends dennoch meinen Körper einsetzen?
Erarbeitet und ausprobiert wird, was euch als TeilnehmerInnen interessiert:
Vorbereitung und Dramaturgie einer Show, Umgang mit dem Publikum im Allgemeinen
sowie Abfragen im Speziellen, Rollenfindung und das Rollen-Halten.
In diesem Workshop geht es - ausgehend von der Moderationsfigur - nicht zuletzt
auch um alle anderen scheinbaren Alleingänge und ihre Möglichkeiten
auf der Bühne: Schiedsrichter, Erzähler, Regisseure, Monologe und
Soloszenen.
Wie halte ich meine Rolle und bleibe mir dennoch treu? Wie übernehme ich
Verantwortung, ohne Kontrollzwang auszuüben?
Was für ein Genuss, wenn es klappt und du spürst, sie fressen dir
aus der Hand.......ALLE.... - denn Solo hin oder her: Du bist nicht allein!
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5. Große Oper!?
Leitung: Harry Hawaii von den Gorillas/ Berlin
Zu belegen ab Stufe 2 „mittendrin“ und für Impromusiker
Die Königsdisziplin des Musiktheaters. Seit Jahrhunderten gilt die Oper
als anspruchsvollste Herausforderung für Sänger, Dirigenten, Regisseure
und nicht zuletzt Musiker. Und das soll man einfach so improvisieren können?
Nein, nicht einfach so: Es gibt aber Wege und Möglichkeiten, sich diesem
Thema fast beliebig weit anzunähern.
Viele haben wenigstens eine Oper "gesehen". Wer kennt sich aber aus
von Monteverdi bis Henze, von Bellini bis Bizet oder gar von Wagner bis Schönberg?
Wie können wir immerhin 400 Jahre Operntradition mit vielen Formen, Verzweigungen
und Gegensätzen handhabbar machen für die Improvisation? Wie soll
ich ohne Studium Colloratur singen?
Wir werden mit wenig Theorie und einigen Hörbeispielen, aber hauptsächlich
in praktischen Übungen handwerkliche Mittel erarbeiten, um Opern "in
den Griff" zu bekommen.
Struktur und Aufbau
Als Improspieler "Belcanto" singen
Dramaturgie
Spaß mit und an Klischees
Helden / Protagonist / Antagonist / Rolle des Chors / Rolle der Musik / Stilistik
Als Musiker Impulse geben
Zusammenarbeit Musiker-Spieler
Kurzoper / Oper als Langform
Eine Oper von...
Weitere Schwerpunkte werden in Absprache mit den Teilnehmern ausgewählt
und gewichtet
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6. Game Theory
Leitung: Jacob Banigan von Rapid Fire
Zu belegen ab Stufe 2
Unterrichtssprache ist Englisch!
This workshop will examine the games and structures that improvisors are drawn
to. Why do we use games? What does a structure do to a story? What function
does a game have for the show overall? Is a game a replacement for actual entertainment?
Participants may pre-think of their most beloved or despised stage games, that
we may examine them.
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7 . Personal
Leitung: Maja Dekleva von Teater Narobov/ Ljubljana (Slowenien)
Zu belegen ab Stufe 3 „voll daneben“
Unterrichtssprache ist Englisch!
The last year Maja Dekleva has put a lot of energy and her improv work into
researching the use of personal in improvisational theatre. Teater Narobov's
last festival of improvisational theatre The Naked Stage 2004 was focused on
the theme personal and their last improv performance Hush! was based on transforming
personal material (actors' true stories) into a theatrical illusion. In Wuerzburg
Maja would like to share some of her ideas about using personal on improv stage
and continue her work in this direction. Trying to find different ways of using
personal stories/ monologues on stage, transforming personal into fiction, doing
a research and artistic experiments on boundaries between everyday and theatrical
narrative, working on using personal on stage but not declaring
it as personal, using our everyday knowledge and experiences to play and deliver
our messages… Basiclly opening the questions »How come we use personal
on stage?«, »Why and when is it good that we do it?«, »How
can we use it?« and trying to find at least some answers.
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8. Schönreden
Roland Trescher von Isar 148/ München
Zu belegen ab Stufe 3 „voll daneben“
Gesprochen wird viel im Improtheater; wir Improspieler erzählen sehr viel
über Sprache. Sprache ersetzt allzu oft das Spiel.
Doch Sprache kann viel mehr. Wir können mit unserer Stimme Emotionen vermitteln,
Subtexte unterlegen. Wir können Sprache auch als Gestaltungsmittel einsetzen.
Die gebundene Sprache war daher in vergangenen Epochen ein beliebtes Stilmittel.
Das Improvisieren von gebundener oder gereimter Sprache taucht auch in unserer
Improwelt immer wieder auf; es ist eine weitere Hürde, eine Schwierigkeit
die wir zu meistern versuchen und die Zuschauer immer wieder verblüfft
und beeindruckt.
In diesem Workshop für Fortgeschrittene beschäftigen wir uns mit allen
Spielformen von Sprache. In welchen Zusammenhang stehen Sprache, Szene, Emotionen
und Figuren? In Szenen und Übungen erarbeiten wir uns die Virtuosität,
mit Sprache umzugehen. Wir beschillern, errilken und vershakespearen lustvoll
unsere Geschichten.
Mitbringen: mehrere Stücktexte und Gedichte, auch in gebundener Sprache,
aus
unterschiedlichen Epochen
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Stufe 1/2: unterwegs
Ich habe erst wenig Erfahrung im Improtheater, z.B. bereits schon einen Anfängerkurs
besucht.
Stufe 1: kurz davor
Ich spiele seit mindestens einem Jahr Improtheater und habe auch schon ein paar
Male auf der Bühne gestanden.
Stufe 2: mittendrin
Ich spiele seit mindestens zwei Jahren Improtheater, habe schon öfters
auf der Bühne gestanden und probe regelmäßig.
Stufe 3: voll daneben
Ich spiele seit mindestens drei Jahren Improtheater, trete regelmäßig
auf und probe regelmäßig mit einer festen Gruppe.
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