Klassenkampf
Arbeiterklasse im Cairo, untere Bühne, 20.00 Uhr
Upper class im Cairo, obere Bühne, 20.00 Uhr


Dass der Sozialismus praktisch aus unserer globalisierten Welt verschwunden ist liegt nicht etwa daran, dass es heutzutage keine Klassenunterschiede mehr gibt gegen die aufzubegehren mancher Idealist lohnenswert empfände. Im Gegenteil. Wer statistische Daten und die Globalisierungsdebatten verfolgt, der kann unschwer feststellen, dass die Schere zwischen Haben und Nichthaben rasant auseinandergeht. In Zukunft werden wir unsere Welt immer klarer in Arm oder Reich, in Sweatshop oder Sweatshirt, in Amalgam oder Gold, in Rütlischule oder Royal College einteilen können.

Auf welcher Seite man steht, ist dabei im wahren Leben oft schon vorprogrammiert. Nicht so bei uns. "Klassenkampf" inszeniert eine Zwei-Klassen-Gesellschaft auf zwei Bühnen. Im ersten Stock sitzt das Publikum als das Proletariat auf Holzbänken eng gepfercht, in einer stickigen, lauten Atmosphäre. Direkt darüber, im zweiten Stockwerk hingegen darf der bourgeoise Zuschauer an stilvollen Varietétischchen Sekt schlürfen. Die Spieler selbst sind der Spielball der Klassen. Nach jeder Runde werden die besten Spieler auf der Proletariatsbühne ermittelt und der Bourgeoisie zur Unterhaltung geschickt. Zeitgleich ermittelt diese ihre langweiligsten Spieler und schickt sie nach unten ins Proletariat. Denn wer Geld hat bestimmt eben.

Ob Sekt oder Selters, Barfuss oder Lackschuh, an diesem Abend können Sie frei entscheiden wohin Sie gehören.

Die SpielerInnen kommen u.a. aus Freiburg, Berlin, Bochum, Mandocino (USA)...